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a6avant42

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Montag, 24. Oktober 2005, 09:37

Ein bisschen OT, aber vielleicht von Interesse

Hatte gerade wegen einer privaten Sache ein Gespräch mit unserer Rechtsabteilung und irgendwie sind wir über ebay in's Gespräch gekommen. Es liegt folgendes Urteil vor, dass unser Anwalt versucht noch mit AZ und Gericht zu beschaffen.

Ein Mann wollte eine Uhr verkaufen, die ersten 8 Tage hat niemand auf seinen Artikel geboten. Der Mann entschlss sich die Auktion vorzeitig zu beenden.
Wochen später bekam der Mann Post von einem Anwalt, der von seinem Mandanten beauftragt worden war.
Vorwurf: Die Auktion wurde (verbindlich) 10 Tage eingestellt, allerdings hat der Verkäufer die Auktion nach 8 Tagen beendet. Der Kläger hat sich nun die angebotene Uhr auf dem freien Markt gekauft und wollte die Differenz zu dem ebay-Angebot vom Verkäufer haben.
Urteil: Der Kläger hat Recht.

Also bitte immer vorsichtig sein, wenn Ihr ein Angebot vorzeitig beendet, weil der Artikel "beschädigt" wurde (evtl. braucht man hier einen Nachweis) oder anderweitig veräußert wurde (anscheinend ist bereits das einstellen bei ebay verbindlich)

Sollte ich persönlich nochmal einen Artikel einstellen und dieser dann durch Zufall ausserhalb ebay verkauft werden, werde ich in Zukunft alle Gebote als unseriös streichen und einen utopischen Startpreis angeben, was ja möglich ist, wenn keine Gebote vorliegen.


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Montag, 24. Oktober 2005, 12:02

Das kann ja nicht wahr sein. Welches Gericht ist zu so einem Schluss gekommen?

a6avant42

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Montag, 24. Oktober 2005, 12:21

Das mit dem Urteil über den Verkauf einer Uhr war in einem sog. Mandantennewsletter, die Rechtsabteilung sucht noch, hat aber noch anderes zu tun. :lol: In der Zwischenzeit habe ich aber folgende fast gleich lautende Urteile bekommen.

Das Oberlandgericht Oldenburg hat entschieden, dass Waren, die beim Internt-Auktionshaus ebay zum Kauf angeboten werden, nicht einfach wieder zurückgezogen werden können. (Aktenzeichen: 8 U 93/05).

Im konkreten Fall verurteilte das Gericht einen Emsländer zu Schadensersatz, weil er die Verkaufsaktion seines Autos vorzeitig beendet hat. In der heute veröffentlichten Entscheidung heißt es: "Wer eine Ware bei ebay einstelle, erklärt damit bereits verbindlich die Annahme des Höchstgebots. Kaufwillige wären der Willkür von Anbietern ausgeliefert, wenn dieses es sich jederzeit anders überlegen könnten."

Der Emsländer hatte ein gebrauchtes Auto mit einem Verkehrswert von 7.000 Euro zu einem Startpreis von einem Euro auf die Auktionsplattform gestellt. Hierbei hatte er eine Auktionsfrist von zwei Wochen festgelegt. Nach einer Woche beendete er aber die Auktion vorzeitig, obwohl bis dahin ein Bayer 4.450 Euro geboten hatte. Als sich der Verkäufer weigerte, das Auto auszuliefern, zog der kauf- und streitwillige Bayer vor Gericht. Er klagte auf Zahlung des ihm entgangenen Gewinns aus dem Unterschiedspreis zwischen Angebot und Verkehrswert. Der Emsländer allerdings berief sich auf die ebay Bedingungen, die eine vorzeitige Beendigung einer Auktion unter bestimmten Umständen zulassen.

Das Gericht gab nun dem geschäftstüchtigen Bayer Recht. "Mit dem Internet-Angebot sei bereits ein Kaufvertrag zu Stande gekommen", entschied das Gericht. Weiter heiß es: Zwar gebe es im Recht Instrumente, einen Vertrag auch nachträglich aufzulösen, hierauf könne sich der Beklagte in diesem Fall jedoch nicht berufen.


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Montag, 24. Oktober 2005, 12:25

Hier das ganze Urteil:

OLG Oldenburg
Urteil vom 28.07.2005
8 U 93/05
Verbindlichkeit eines Angebots bei ebay
JurPC Web-Dok. 90/2005, ABS. 1 - 21
--------------------------------------------------------------------------------


BGB § 130 ABS. 1, BGB § 119 ABS. 2

Leitsatz

Das Einstellen eines Warenangebots auf der Webseite von ebay zwecks Durchführung einer Online-Auktion begründet ein verbindliches Angebot. Die Wirksamkeit eines solchen verbindlichen Angebots wird durch die nach den ebay-Grundsätzen mögliche vorzeitige Beendigung der Auktion nicht berührt. Seine Willenserklärung kann der Anbieter nur im Wege der Anfechtung beseitigen.


Gründe

I.

Der Kläger verlangt von dem Beklagten Schadensersatz wegen Nichterfüllung eines im Rahmen einer Internetauktion geschlossenen Kaufvertrags über einen gebrauchten Pkw ...... . JurPC Web-Dok.
90/2005, ABS. 1

Der Beklagte bot diesen Pkw AB dem 27. Mai 2004 auf der Website der eBayInternationel AG (im folgenden: ebay) zum Verkauf an. Dem Angebot war eine umfangreiche Produktbeschreibung beigefügt. Der Startpreis belief sich auf 1, € Angebotsende war der 6. Juni 2004. ABS. 2

Der Beklagte beendete die Auktion vorzeitig am 3. Juni 2004. Zu diesem Zeitpunkt war der Kläger mit einem Gebot von 4.500,50 € Meistbietender. Er forderte unter Hinweis auf § 9 Ziffer 1 - 3 der allgemeinen Geschäftsbedingungen von ebay von dem Beklagten die Lieferung des Fahrzeugs gegen einen Kaufpreis von 4.500,50 € Dies lehnte der Beklagte ab; mit Email vom 10. Juni 2004 teilte er dem Kläger mit, er habe während der Laufzeit der Auktion festgestellt, dass aus dem Getriebe des ........ Öl austrete, weswegen er das Fahrzeug aus der Versteigerung herausgenommen habe. ABS. 3

Der Kläger vertritt die Auffassung, zwischen den Parteien sei ein Kaufvertrag zu einem Preis von 4.500,50 € zustandegekommen. Der ........ habe einen Zeitwert von mindestens 12.000, € besessen. In Höhe der Differenz von 7.499,50 € verlangt er Schadensersatz wegen Nichterfüllung. ABS. 4

Der Beklagte vertritt unter Bezugnahme auf die sogenannten eBayGrundsätze die Auffassung, er habe sein Angebot vorzeitig beenden und die Gebote der Käufer streichen können. Gründe für eine zulässige Streichung seien danach, dass die Beschaffenheit des Artikels sich nachweislich verändert oder der Verkäufer sich beim Einstellen des Artikels bezüglich der Beschaffenheit geirrt hat. Er behauptet, bei der Besichtigung des Fahrzeugs durch einen potentiellen Interessenten seien zuvor nicht bekannte Mängel, nämlich Ölverluste sowie die Durchrostung der Auspuffanlage festgestellt worden. Außerdem habe er es irrtümlich unterlassen, auf einen fachgerecht reparierten Unfallschaden hinzuweisen. Hilfsweise behauptet er, der Wert des Fahrzeugs habe zum damaligen Zeitpunkt maximal 6.700, € betragen; er selbst habe das Fahrzeug etwa ein Jahr zuvor für 7.600, € bei einem Händler erworben. ABS. 5

Das Landgericht hat die Klage abgewiesen. ABS. 6

Dagegen richtet sich die Berufung des Klägers, mit der er erneut geltend macht, zwischen den Parteien sei ein Kaufvertrag geschlossen worden, der Beklagte müsse deshalb Schadensersatz wegen Nichterfüllung leisten. ABS. 7

Der Kläger beantragt, ABS. 8
das angefochtene Urteil zu ändern und den Beklagten zu verurteilen, an den Kläger 7.499,50 € nebst Zinsen in Höhe von 5 Prozentpunkten über dem Basiszinssatz seit dem 1. August 2004 zu bezahlen.

Der Beklagte beantragt, ABS. 9
die Berufung zurückzuweisen.

Er verteidigt das angefochtene Urteil. Angesichts der nach Beginn der Internetauktion festgestellten Beschaffenheit des Fahrzeugs sei er zur Beendigung der Auktion nicht nur berechtigt, sondern sogar verpflichtet gewesen. Mindestens habe er den Kaufvertrag rechtzeitig und wirksam wegen eines Irrtums über die Beschaffenheit des Pkw angefochten. ABS. 10

Wegen der weiteren Einzelheiten des Vorbringens der Parteien wird auf deren vorbereitende Schriftsätze nebst Anlagen, die Gegenstand der mündlichen Verhandlung waren, Bezug genommen. ABS. 11


II.

Die zulässige Berufung des Klägers ist zum Teil begründet. Der Kläger kann von dem Beklagten gemäß den §§ 280, 281 BGB Schadensersatz wegen Nichterfüllung in Höhe von 2.499,50 € verlangen. ABS. 12

Die Parteien haben im Rahmen der von dem Beklagten initiierten Internetauktion einen Kaufvertrag über den Pkw ............ zu einem Kaufpreis von 4.500,50 € geschlossen. Der Beklagte hat das Fahrzeug zwecks Durchführung einer OnlineAuktion auf der Webesite von ebay eingestellt und die Angebotsseite für die Versteigerung des Pkw freigeschaltet; darin liegt nach der höchstrichterlichen Rechtsprechung (vgl. BGHZ 149, 129, 133 ff = NJW 2002, 363) die ausdrückliche Erklärung, er nehme bereits zu diesem Zeitpunkt das höchste wirksam abgegebene Kaufangebot an. Das entspricht § 9 Ziffer 3 der allgemeinen Geschäftsbedingungen von ebay. Die Annahmeerklärung des Klägers liegt in dem online abgegebenen Höchstgebot. Gemäß § 9 Ziffer 3 der allgemeinen Geschäftsbedingungen von ebay kommt mit dem Ende der Laufzeit der OnlineAuktion oder im Fall der vorzeitigen Beendigung durch den Anbieter zwischen diesem und dem Meistbietenden ein Kaufvertrag zustande. Allgemeine Geschäftsbedingungen für Internetauktionen können als Auslegungsgrundlage für Erklärungen bei Internetauktionen herangezogen werden; der Rückgriff auf derartige allgemeine Geschäftsbedingungen läßt Schlussfolgerungen auf die wechselseitigen Erwartungen von Anbieter und Bieter und deren gemeinsames Verständnis über die Funktionsweise der OnlineAuktion zu (vgl. BGH a.a.O., S. 135). Danach kann nicht zweifelhaft sein, dass das Angebot des Beklagten sich sowohl im Fall des Ablaufs der von ihm bestimmten Laufzeit wie auch im Fall der vorzeitigen Beendigung der OnlineAuktion durch ihn an den jeweils Höchstbietenden richtete. Der Beklagte nimmt nicht für sich in Anspruch, dass seine Erklärung anders zu verstehen sei; er hat sich lediglich für berechtigt oder sogar verpflichtet gehalten, die Auktion vorzeitig zu beenden. Aus dem maßgeblichen objektiven Empfängerhorizont des Klägers hatte die Willenserklärung des Beklagten ohnehin den in § 9 Ziffer 3 der allgemeinen Geschäftsbedingungen von ebay niedergelegten Inhalt. ABS. 13

Die Auslegung der Willenserklärung des Beklagten seitens des Landgerichts, das davon ausgegangen ist, dessen Angebot habe sich nur an den bei Ende des von ihm ursprünglich festgelegten Auktionszeitraums Höchstbietenden gerichtet, ist damit nicht fehlerfrei und für den Senat nicht bindend (§§ 513, 546 ZPO). ABS. 14

Das Angebot des Beklagten als Versteigerer war verbindlich und nicht widerruflich. Das folgt aus § 9 Ziffer 1 der allgemeinen Geschäftsbedingungen von ebay; dort wird die gesetzlich (§ 130 ABS. 1 S. 2 BGB) vorgesehene Möglichkeit des vorherigen oder gleichzeitigen Widerrufs der Willenserklärung ausgeschlossen. Die Besonderheiten von Internetauktionen erfordern die Unwiderruflichkeit der Vertragsangebote; der Bieter wäre der Willkür des Anbieters ausgesetzt, wenn dieser es sich jederzeit überlegen könnte, ob er ein Angebot gelten lassen will oder nicht (vgl. KG NJW 2005, 1053; LG Berlin NJW 2004, 2831 f.). Auch die eBayGrundsätze für das vorzeitige Beenden von Angeboten und das Streichen von Geboten, auf die sich der Beklagte beruft, betonen ausdrücklich, dass alle bei ebay eingestellten Artikel grundsätzlich verbindliche Angebote sind und dass nur in Ausnahmefällen eine Auktion vorzeitig beendet werden darf. ABS. 15

Der Beklagte hat zwar die Internetauktion unter Berufung auf die ebay Grundsätze vorzeitig beendet und die bis dahin abgegebenen Gebote gestrichen; das berührt indes die Wirksamkeit seines zuvor abgegebenen Angebots nicht (vgl. KG und LG Berlin a.a.O.; LG Coburg MMR 2005, 330 f). Die eBayGrundsätze nennen als Gründe dafür einen Irrtum über die Beschaffenheit des Artikels oder die zwischenzeitliche Veränderung der Beschaffenheit. Damit soll indes keine zusätzliche Handhabe geschaffen werden, sich auf rechtlich nicht ohne weiteres einzuordnende Art und Weise von der Willenserklärung zu lösen. Nach der gesetzlichen Regelung kann der Erklärende eine verbindliche oder nicht (mehr) widerrufliche Willenserklärung (§ 130 ABS. 1 Satz 2 BGB) nur im Wege der Anfechtung wieder beseitigen. Diesen Grundsatz bestätigt § 9 Ziffer 3 der allgemeinen Geschäftsbedingungen von ebay, indem dort festgelegt wird, dass bei vorzeitiger Beendigung der OnlineAuktion - was nur auf der Grundlage der genannten eBayGrundsätze geschehen kann - der Vertrag mit dem zu diesem Zeitpunkt Höchstbietenden zustande kommt. Die in den eBayGrundsätzen aufgeführten Gründe für das vorzeitige Beenden von Angeboten bzw. das Streichen von Geboten, nämlich der Irrtum über die Beschaffenheit der Kaufsache oder deren zwischenzeitliche Veränderung, nehmen ausdrücklich auf die Irrtumsanfechtung des § 119 BGB Bezug. Der Anbieter kann zwar aufgrund der eBayGrundsätze tatsächlich die OnlineAuktion vorzeitig beenden; am Bestand der von ihm abgegebenen Willenserklärung ändert diese Maßnahme allein jedoch nichts, wenn er nicht gleichzeitig über einen Anfechtungsgrund verfügt und nach Maßgabe der gesetzlichen Bestimmungen die Anfechtung erklärt. ABS. 16

Der danach von den Parteien wirksam geschlossene Kaufvertrag ist nicht infolge der von dem Beklagten erklärten Anfechtung wegen eines Eigenschaftsirrtums (§ 119 ABS. 2 BGB) nichtig. Der Beklagte hat zwar unverzüglich im Sinne des § 121 BGB angefochten; er hat dem Kläger, nachdem dieser die Erfüllung des Vertrages angemahnt hatte, eine Woche nach vorzeitiger Beendigung der Internetauktion den Grund mitgeteilt, nämlich den Ölverlust des Getriebes, der ihn zur vorzeitigen Beendigung der Auktion und zum Streichen des Angebots des Klägers bewogen hat. Die Email vom 10. Juni 2004 genügt inhaltlich den nach § 143 BGB an eine Anfechtungserklärung zu stellenden Anforderungen, weil sie erkennen lässt, dass er das Geschäft wegen eines Willensmangels nicht gelten lassen will. Jedoch fehlt es an einem Anfechtungsgrund im Sinne des § 119 ABS. 2 BGB. Nur vorübergehende Erscheinungen wie ein unschwer durch Reparatur zu behebender Ölverlust des Getriebes sind keine verkehrswesentlichen Eigenschaften einer Sache. Zudem greift hier der Vorrang der Mängelhaftung ein; das Anfechtungsrecht des Verkäufers ist in solchen Fällen ausgeschlossen, weil er sich sonst seiner Mängelhaftung entziehen könnte (vgl. Palandt/Heinrichs, BGB, 64. Aufl., § 119 Rdnr. 28). ABS. 17

Der Beklagte beruft sich für seine Anfechtung weiterhin auf eine Korrosion der Auspuffanlage sowie darauf, dass er im Angebot einen fachgerecht repararierten Unfallschaden nicht mitgeteilt habe. Diese Anfechtungsgründe hat er erst im Prozess mitgeteilt; die Email vom 10. Juni 2004 schweigt dazu. Gemäß § 143 BGB muss die Anfechtungserklärung erkennen lassen, auf welche tatsächlichen Gründe die Anfechtung gestützt wird; nach Fristablauf (§ 121 BGB) kann der Anfechtungsberechtigte keine neuen Anfechtungsgründe nachschieben (vgl. Palandt/Heinrichs a.a.O., § 143 Rdnr. 3). Die Mitteilung weiterer Anfechtungsgründe erst im Verlauf des Rechtsstreits ist damit nicht rechtzeitig; es kann deshalb offen bleiben, ob sie überhaupt eine Anfechtung rechtfertigen würden. ABS. 18

Der Beklagte beruft sich erfolglos darauf, dass er beim Einstellen des Fahrzeugs auf der eBayWebsite ausdrücklich darauf hingewiesen habe, dass er den Pkw .......... als Privatperson ohne Garantie und Rückgaberecht verkaufe. Darin mag ein gemäß den §§ 444, 475 BGB zulässiger Haftungsausschluss für Sachmängel liegen. Vor Schadensersatzansprüchen wegen Nichterfüllung schützt diese Klausel jedoch nicht. ABS. 19

Der Beklagte hat das Fahrzeug inzwischen anderweitig veräußert; er kann es an den Kläger nicht mehr liefern. Er schuldet deshalb wegen der Nichterfüllung der Leistungspflicht den Ausgleich des durch die Nichterfüllung entstandenen Schadens. Der Anspruch ist auf das positive Interesse gerichtet, d. h., der Kläger ist so zu stellen, wie er stehen würde, wenn der Schuldner den Vertrag ordnungsgemäß erfüllt hätte. Es kommt deshalb auf den Wert des Fahrzeugs zum Zeitpunkt der Internetauktion (Juni 2004) an. Diesen Wert schätzt der Senat gemäß § 287 ZPO auf 7.000, € Der Beklagte selbst hat das Fahrzeug etwa ein Jahr zuvor mit Vertrag vom 10. Mai 2004 von einem Händler für 7.600, € erworben; das ist durch die Vorlage des Kaufvertrags vom 10. Mai 2003 belegt. Der Kläger hat mit der Berufungserwiderung eine DATSchätzung vorgelegt, die einen HändlerEinkaufswert incl. Mehrwertsteuer von 6.700, € nennt. Nach der vom Senat eingesehenen SchwackeListe 6/2004 beträgt die Einkaufsnotierung incl. Mehrwertsteuer 7.200, € Mit einem Betrag von 7.000, € ist das Fahrzeug danach angemessen bewertet. Nach Abzug des Gebotes von 4.500,50 € ergibt sich ein Nichterfüllungsschaden von 2.499,50 €


Daraus ergibt sich für mich, keinen Artikel vorzeitig zu beenden, sondern alle Gebote streichen und Artikel nur für einen begrenzten Personenkreis freischalten lassen. Ob ich jemanden freischalte, bleibt mir überlassen.

a6avant42

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Montag, 24. Oktober 2005, 12:36

Hier der Fall der Uhr

Das AG Duisburg (Urt. v. 25.03.2004 - Az.: 27 C 4288/03) hatte darüber zu entscheiden, ob einem Verkäufer bei einer Online-Auktion unter gewissen Umständen ein Widerrufsrecht zusteht.

Der Beklagte bot auf der Online-Plattform ebay eine Uhr zum Verkauf von ca. 1.200,- EUR an. Unter anderem erwähnte er in seiner Beschreibung, dass die Uhr eine Gravur tragen würde.

Er stellte das Angebot ein, beendete jedoch kurze Zeit später die Auktion, weil er sich über die Beschaffenheit der Uhr geirrt habe.

Der Kläger schrieb darauf hin den Beklagten an und fragte nach, ob er die Uhr erwerben könne. Der Beklagte bejahte dies, wollte nun aber anstatt der ursprünglichen 1.200,- EUR die Summe von 2.300,- EUR haben.

Der Kläger war der Ansicht, der Beklagte sei hier an sein ursprüngliches Angebot gebunden und müsse ihm daher Schadensersatz leisten, weil er durch den Nichtverkauf eine teurere Uhr habe erwerben müssen.

Das AG Duisburg teilte hier die Meinung des Klägers und lehnte einen Widerruf des Beklagten ab:

" (...) der Beklagte war nicht berechtigt, sein verbindliches Angebot zum Verkauf seiner (...) Uhr zu widerrufen. Nach § 9 Ziff. 1 der Allgemeinen Geschäftsbedingungen für die Nutzung der deutschsprachigen ebay-Websites hat der Beklagte als Mitglied "ein verbindliches Angebot zum Vertragsschluss" abgegeben. "Dabei bestimmt der Anbieter eine Frist, binnen derer das Angebot durch ein Gebot angenommen werden kann".

Als Gründe für eine vorzeitige Angebotsrücknahme werden anerkannt (...) ein Irrtum über die Beschaffenheit des angebotenen Artikels (...)."

Ein solcher Irrtum über die Beschaffenheit liege hier jedoch nicht vor, da der Beklagte ja ausweislich der Produktbeschreibung selber wusste, dass die Uhr eine Gravur trug. Insofern scheide ein Widerruf aus. Der Verkäufer sei an sein Angebot gebunden.

Die Entscheidung liegt auf einer Welle mit der des AG Menden (Urt. v. 10.11.2003 - Az.: 4 C 183/03), das geurteilt hatte, dass ein Mitbieter grundsätzlich an sein abgegebenes Angebot gebunden ist, auch wenn die Auktion noch andauere.

Bietet der Verkäufer seine Ware über die "Sofort kaufen"-Option an, handelt es sich hierbei um ein rechtsverbindliches Angebot und nicht nur um eine bloße Aufforderung zur Abgabe eines Angebotes (sog. invitatio ad offerendum), so die Ansicht des LG Saarbrücken (Urt. v. 02.01.2004 - Az.: 12 O 255/03) und des AG Moers (Urt. v. 11.02.2004 - Az.: 532 C 109/03).

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Montag, 24. Oktober 2005, 19:33

Gut zu wissen für die Zukunft............
Den es kann jeder MAL in diese Situation kommen..............


7

Montag, 24. Oktober 2005, 23:40

Das ist ja MAL richtig übel für Verkäufer aber sehr vorteilhaft für Käufer.
Einerseits finde ich das ne art bevormundung gegen über dem VK aber andereseits ist es auch mies von Verkäufern die Auktion vor dem regulärem Ende selbst zubeenden weil ihnen der vorraussichtlich zuerzielend Endbetrag zu gering ist.

Mir ist es selber schon zweimal passiert das Artikel auf die ich geboten habe und die ich evtl. zum Schnäppchenpreis bekommen hätte,vorzeitig beendet wurden :evil:
Andererseits habe ich bei ebay angebotene Artikel auch schon außerhalb verkauft und mußte deswegen die Auktion vorzeitig beenden.
Aber jetzt werde ich das nächste MAL doch etwas aufpassen :roll:

mossberg

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Dienstag, 25. Oktober 2005, 06:47

Warum zieht man das Angebot zurück ? Meist, weil der Verkaufserlös zu gering ist ...

Leider macht es ebay Deutschland den Verkäufern unnötig schwer, denn die Einführung des Mindestpreises ist gerade MAL bei Autos eingeführt worden. In USA sieht das anders aus, denn da kann man als Verkäufer bei jedem Artikel den Mindestverkaufspreis für seinen Artikel angeben ...
www.shotgun-team.de

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Dienstag, 25. Oktober 2005, 07:52

Wozu Mindestpreis, wenn man einen Startpreis angeben kann? Nur das man AB einem Euro bieten kann?

Habe für meinen S6 einen Käufer, der am 04.11. aus Schweden kommt und schon brav eine Anzahlung geleistet hat. Habe nun alle freigeschalteten User bei ebay wieder gelöscht und lasse meine Auktion ganz regulär auslaufen.

http://cgi.ebay.de/S6-BJ-2000-Recaro-Navi-Alcantara-19-BBS-Felgen_W0QQitemZ4583483930QQcategoryZ42474QQssPageNameZWDVWQQrdZ1QQcmdZViewItem

Den an wen ich verkaufe, schreibt mir der Gesetzgeber zum Glück noch nicht vor.


schlumpf-nu

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Dienstag, 25. Oktober 2005, 20:30

Zitat von »"a6avant42"«

Wozu Mindestpreis, wenn man einen Startpreis angeben kann? Nur das man AB einem Euro bieten kann?



Hay,
dies habe ich aber schon gesehen, eine Auktion, mit folgenden Textlaut; das Mindestgebot ist noch nicht erreicht. Somit kann der Verkäufer festlegen, unter diesem Preis verkaufe ich nicht, darüber könnt Ihr Euch die Köppe einschlagen. Somit ist das auflösen oder mitbieten der Auktion hinfällig.



8)
Mehr als zwei sind eine Gruppe, sind es dann drei,
nagelt man mit Engelsmine, den Vierten auf die Schiene.
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Viele Grüße aus Neu-Ulm
Thomas Schluppeck

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(g)audi

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Dienstag, 25. Oktober 2005, 21:16

Naja wenns nicht so hohe Summen sind wie bei Autos, dann bietet eben ein guter Bekannter bei ebay mit bis zum gewünschten Mindestpreis. Auch nicht gestattet, aber praktisch nicht nachzuweisen. Bewertungen unterlässt man, damit es nicht im Bewertungsprofil auffällt. So macht das jeder Shopinhaber, wenn er Werbeangebote mit 1Euro Startpreis einstellt.

1Euro Startpreis ist sehr werbewirksam. Es gibt zu viele Leute, die nach "Schnäppchen" suchen. Bei 1Euro Startpreis kriegen viele Leute leuchtende Augen und das Gehirn schaltet AB. Deshalb hat e**y ja auch den Mindestpreis "erfunden". Die Leute sehen in den Listen den niedrigen Gebotsbetrag und erst auf der Angebotsseite wird KLAR, das der Artikel zu diesem Preis noch lange nicht verkauft wird. Ist alles total unlogisch, aber so sind die Menschen scheinbar.

12

Mittwoch, 26. Oktober 2005, 01:52

Zitat von »"(g)audi"«

.....dann bietet eben ein guter Bekannter bei ebay mit bis zum gewünschten Mindestpreis. Auch nicht gestattet, aber praktisch nicht nachzuweisen. Bewertungen unterlässt man, damit es nicht im Bewertungsprofil auffällt. .......


Das ist einfach nur ne miese Art und genaugenommen Betrug!

Wenn man etwas bei ebay einstellt besteht halt das Risiko das der Artikel unter Wert verkauft werden kann.Den die Nachfrage macht den Preis.
Aber dann mach ich doch von vorherein ein höheren Startpreis um das Risiko zuminimieren-nur das dann kaum einer bietet.
Aber diese abgesprochene Preistreiberei ist das letzte!


a6avant42

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Mittwoch, 26. Oktober 2005, 07:31

Zitat von »"(g)audi"«

Naja wenns nicht so hohe Summen sind wie bei Autos, dann bietet eben ein guter Bekannter bei ebay mit bis zum gewünschten Mindestpreis. Auch nicht gestattet, aber praktisch nicht nachzuweisen. Bewertungen unterlässt man, damit es nicht im Bewertungsprofil auffällt. So macht das jeder Shopinhaber, wenn er Werbeangebote mit 1Euro Startpreis einstellt.


Das ist aber sehr sehr sehr sehr böse.

Vito

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Dienstag, 1. November 2005, 00:13

Ciao,

das Leute sowas machen ist KLAR. Aber mir ist es jetzt das erste MAL aufgefallen, weil die sich gegenseitig bewertet haben.
Kann man das irgendwie melden? Wobei denen (bei ebay) das wohl egal ist. *grml*
Schaut MAL bei der Auktion:
http://cgi.ebay.de/ws/eBayISAPI.dll?ViewItem&item=8009487066&rd=1&sspagename=STRK%3AMEWA%3AIT&rd=1

Ciao Vito
hier wird renoviert ;)

Micheart

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Dienstag, 1. November 2005, 00:18

Das ist aber schon sehr auffällig!
Melden kann man das indem man einffach ein Mail an ebay sendet mit en Namen der beiden! Die Leiten das weiter!


TL;-)

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Mittwoch, 2. November 2005, 15:53

Zitat von »"Vito"«

Ciao,

das Leute sowas machen ist KLAR. Aber mir ist es jetzt das erste MAL aufgefallen, weil die sich gegenseitig bewertet haben.
Kann man das irgendwie melden? Wobei denen (bei ebay) das wohl egal ist. *grml*
Schaut MAL bei der Auktion:
http://cgi.ebay.de/ws/eBayISAPI.dll?ViewItem&item=8009487066&rd=1&sspagename=STRK%3AMEWA%3AIT&rd=1

Ciao Vito

Kann man: http://pages.ebay.de/help/contact_us/_base/index.html
Egal ist es ebay nicht, ich habe schon ein paar MAL "gepetzt" und ein paar Stunden später waren Auktionen gelöscht bzw. Mitglieder gesperrt/verschwunden...

Vito

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Donnerstag, 3. November 2005, 00:23

Ciao,

hehe hab ich jetzt MAL gemacht!
MAL sehen was da passiert.

Ciao Vito
hier wird renoviert ;)

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Donnerstag, 3. November 2005, 21:40

Ich hatte vor ende der Auktion den mitbietenden "reinh44" über die vermeindliche Preistreiberei des VK´s informiert der daraufhin nicht mehr mitbot-dieser bedankte sich für die rechtzeitige Info!
Den VK bei ebay anschwärzen mach ich dann doch nicht-wenn sich die paar "wenigen" ehrlichen Ebayer untereinander warnen,reicht das finde ich.

Auf jeden fall hat er seine Räder jetzt selber gekauft und hat somit nicht nur die Angebotsgebühr sondern auch die Provision am A**** :lol: :lol:


Vito

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19

Freitag, 4. November 2005, 00:29

Ciao,

nöö nöö, der soll sich ruhig aufregen das sein Account platt gemacht wird, und alle Bewertungen im Eimer ;)

Noch ist er (beide) drin *grml*

Aber gut haste das mit dem warnen gemacht. Hab ich garnicht dran gedacht.

Ciao Vito
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20

Dienstag, 15. November 2005, 21:01

Ciao,

gibt es ja nicht. Der Typ versteigert schon wieder, uns er erselber (oder Kollege) steigert wieder mit.
http://cgi.ebay.de/Audi-A4-Original-Alufelgen-15-Zoll-top-Zustand_W0QQitemZ8013112900QQcategoryZ28647QQrdZ1QQcmdZViewItem

Ciao Vito
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