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Micheart

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Montag, 16. Januar 2006, 16:08

A4 Cabrio gegen 3er B M W Winterpärchen

Cabriolets mit Stoffdach und bullernden Sechszylinder-Dieselmotoren - eine herzerwärmende Paarung, wie der Vergleich zwischen dem Audi A4 3.0 TDi und dem B M W 330 CD zeigen.


Beide Cabrios eignen sich zu ausgedehntem Reisen angesichts von Kofferräumen jenseits von 300 Liter bei geschlossenem und um die 250 Liter bei offenem Dach. Plus Extra-Stauraum hinter den Vordersitzen - stramm gepolsterte Nischen im Halbdunkel der heftig sichtbehindernden Stoff-C-Säulen.

Vorn geht es netter zu. Klare Linien, akkurate Verarbeitung und Passgenauigkeit bis in die letzte Ecke: Der Audi spielt Ingenieur. Alles sitzt am richtigen Platz, ist ohne Handbuchstudium aus dem Stand bedienbar. Das Navigationsgerät Plus setzt in puncto Bedienung, Grafik und Funktion Bestmarken. Im Gegensatz zum B M W-Navigationsgerät Professional, dessen Bedienung trotz konventionellen Konzepts selbst erfahrenen Nutzern Runzelfurchen in die Stirn treibt.

Davon abgesehen bietet das Innere des 3er Cabrio mehr Licht als Schatten. Dazu passt die aufrechte Sitzposition. Das Offenfahrgefühl gerät damit zwangsläufig einen Tick authentischer als im Audi, zumal der B M W Zugluft selbst bei montiertem Windschott und hochgefahrenen Seitenscheiben weniger zuverlässig aussperrt.

Audi-Insassen schlüpfen hingegen auf ergonomisch geformten Sportsitzen regelrecht in ihren A4 hinein. Vor allem beim Offenfahren zahlt sich die Geborgenheit der hohen Gürtellinie aus, ebenso die wirksame Heizung. In Verbindung mit dem optionalen Windschott beherrscht der Audi sämtliche Windstärken.
Der B M W ist burschikoser
Etwas erschüttert zeigen sich beide Karosserien vom Passieren ungepflegter Pisten. Zitterbewegungen künden von eingeschränkter Steifigkeit. Bei geschlossenem Dach zeigt sich der Audi dagegen unbeeindruckt, während der B M W hin und wieder knistert und dezent mit den Seitenscheiben klappert. Bis auf diesen lässlichen Fauxpas bringen holprige Pisten den 3er kaum aus dem Konzept. Er pariert vor allem kurze Unebenheiten sauber, zeigt sich bis auf ein zartes Wanken bei langen Wellen ausgewogen.

Der A4 profitiert vom jüngsten Fahrwerks-Update. Geringe Karosseriebewegungen, das störungsfreie Absorbieren langer Wellen sowie bekömmlicher Abrollkomfort stehen einer zarten Stuckerneigung auf kurzen Unebenheiten gegenüber.

Das A4 Cabriolet zirkelt schnell und sicher über die Piste, sein weitgehend neutrales Eigenlenkverhalten wechselt erst in schnell angegangenen engen Kurven in Untersteuern. Beim Herausbeschleunigen ist der A4 mit serienmäßigem Allradantrieb aber wieder eine Macht, gegen die der heckgetriebene 330 CD jedoch engagiert ankämpft. Bis auf den bei widrigen Umständen spürbaren Gripmangel offeriert er ordentliche Traktion und viel Bewegungstalent. Die etwas schwergängige Lenkung verleitet durch ihre direkte Art plus klarer Rückmeldung zu zackigen Manövern.

Dieser burschikose Charakter setzt sich beim Motor fort. B M W hält dem Reihensechszylinder die Treue, der revanchiert sich mit ausgeprägter Drehfreude sowie prägnantem Dieselsound plus feinnervigen Vibrationen. Der 3.0 TDi im A4 reißt das Cabrio beim Tritt aufs Gas überraschend rabiat vorwärts. Schlupf? Fehlanzeige. Mit der Laufkultur obenraus nimmt es der TDi allerdings weniger genau.

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